Großübung Ried/Riedmark

OAW Florian Pötscher am 11. Oktober 2018 - 615 Zugriffe

20181006_Großübung Ried_072Ried/Riedmark im Ausnahmezustand
Rotes Kreuz, Notarztdienst, Feuerwehr Polizei übten Großunfall mit neuem Digitalfunk

Ein ganzer Tag stand Ried in der Riedmark im Zentrum eines großangelegten Notfallszenarios. Alle Einsatzorganisationen trainierten den Ernstfall und hier besonders die organisationsübergreifende Zusammenarbeit. Rund 100 Helfer standen den ganzen Tag über im Einsatz. Besonderes Augenmerk galt dabei dem neuen digitalen Behördenfunknetz Tetra, das den Mitarbeitern aller Einsatzkräfte erstmals eine gemeinsame Funkkommunikation erlaubt. Die vielfältigen bisher verwendeten Funknetze von Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz waren technisch inkompatibel, die Einsatzführung daher schwierig und personalaufwändig.

In sieben kleineren Szenarien, deren Spektrum von Arbeitsunfällen über allergische Schockreaktionen bis zur Neugeborenenreanimation reichte, übten die Helfer vormittags die Zusammenarbeit in typischen Notfällen ihrer täglichen Arbeit.  Das kulinarische Team des Roten Kreuzes sorgte für die Verpflegung aller Teilnehmer. 
Der Nachmittag stand dann im Zeichen eines umfangreichen Großschadensereignisses am Riederberg. Die Annahme: Ein betrunkener Traktorfahrer verursacht einen Unfall, an dem fünf Autos und ein Wohnwagen beteiligt sind. 28 realistisch geschminkte „Opfer“, darunter ein Kind, erleiden Verletzungen, die von simplen Abschürfungen bis zum Polytrauma, Atembeschwerden und Pneumothorax reichen. Drei Feuerwehren aus Ried, Altaist/Hartl und Schwertberg, 22 Rotkreuzmitarbeiter mit sechs Fahrzeugen und das Perger Notarztteam rückten gemeinsam mit einer Polizeistreife zur Hilfeleistung an. Auch die Abfrage von Spitalskapazitäten und deren Zuteilung an die Rettungskräfte durch Leitstellenmitarbeiter sowie die Einsatzdokumentation standen im Fokus von insgesamt zehn Übungsbeobachtern und Stationsbetreuern. Sie schauten den Kollegen sowohl bei der fachlichen als auch der organisatorischen Bewältigung des Szenarios auf Mitarbeiter- und Führungsebene genau auf die Finger und sammelten Eindrücke zur Kommunikation mit dem neuen Tetra-Funksystem.
Nach einer guten Stunde konnten die Übungsbeobachter vermerken, dass alle Patienten versorgt und abtransportiert worden waren – eine angesichts der schwierigen Aufgabenstellung sehr gute Zeitspanne. Nach den Aufräumarbeiten durch die beteiligten Feuerwehren trafen alle Teilnehmer der Großübung im Feuerwehrhaus Ried zur Analyse zusammen. Das Resümee der drei Einsatzorganisationen ist äußerst positiv: Die fachliche Zusammenarbeit hat einwandfrei geklappt, die komplexen Abläufe konnten von allen beteiligten Helfern intensiv trainiert und optimiert werden. Auch das für die Retter noch ungewohnte neue Tetra- Funksystem die erste organisationsübergreifende Bewährungsprobe bei einem Großeinsatz auf Anhieb bestanden.
Ein dickes Lob und herzlicher Dank für dieses mustergültig vorbereitete „Training mit harten Bandagen“ gebührt neben allen beteiligten Mitarbeitern vor allem dem Organisationteam rund um Michael Rockenschaub und Christoph Neuhauser von der FF Ried bzw. RK St. Georgen/Gusen.

Bericht Foto Kerschi

Fotos (© OAW Florian Pötscher)

Aktualisiert (11. Oktober 2018) - 615 Zugriffe